Kinder-und Jugendkantorei
Die Evangelische Kinderkantorei Iserlohn wurde im November 2001 ins Leben gerufen und im Herbst 2003 zur Kinder- und Jugendkantorei erweitert. Als Teil der Evangelischen Kantorei Iserlohn hat sie teil an der Verkündigung des Wortes Gottes, begeistert Kinder und Jugendliche für Musik und Stimme, lässt die Kinder zu mündigen Mitgliedern einer Gemeinschaft werden und baut mit diesen Mitteln mit an der Gemeinde Gottes in unserer Iserlohner Versöhnungs-Kirchengemeinde. Die Leitung hat Kantorin Ute Springer. 

Die Kinder- und Jugendkantorei besteht aus vier nach Alter gestaffelten Gruppen. Alle Gruppen proben mittwochs nachmittags (außer in den Schulferien) im Lutherhaus (Kurt-Schumacher-Ring 10-14, Ecke Bilstein, Eingang vom Kirchhof).

St.-Marien-Käfer (ab 5 Jahre),                   14.15-14.50 Uhr

MINIs (2. - 3. Klasse),                                   15.00-15.45 Uhr

MAXIs (4. - 6. Klasse),                                  16.00-16.55 Uhr

Junger Chor 5nach5 (ab 7. Klasse)         17.05-18.05 Uhr

Neue Mitglieder sind herzlich willkommen. Ein Neueinstieg bei den St.-Marien-Käfern ist prinzipiell jederzeit möglich, ein Neueinstieg bei den anderen Gruppen ist nur zu bestimmten Zeiten sinnvoll. Deshalb ist eine kurze Kontaktaufnahme mit KMD Ute Springer (Tel. oder Mail) empfehlenswert. Es gibt keinen Mitgliedsbeitrag, die Mitgliedschaft ist prinzipiell gratis. Am Anfang eines Schuljahres werden allerdings pro Kind 20 € Materialgeld eingesammelt.

In allen Gruppen der Kinder- und Jugendkantorei steht im Vordergrund, dass Singen nicht nur Beherrschung der Technik bedeutet, sondern gleichermaßen Geist, Seele und Körper einbezieht. So wird besonders in den Singstunden der jüngeren Kinder Wert auf eine ganzheitliche Vermittlung des Stoffes gelegt: Es werden möglichst viele Sinne angesprochen, die Aktionsform wird häufig gewechselt. Nicht das Erlernen von möglichst viel Stoff ist entscheidend, sondern das Entdecken der eigenen Fähigkeiten und Neigungen, das Erfahren des eigenen Ichs in der Gemeinschaft. 

Mit zunehmendem Alter und stärkerer Leistungsbereitschaft der Kinder wird der Charakter der Singstunden zielgerichteter. Nicht zu unterschätzen ist die Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder durch das Übernehmen von solistischen Aufgaben.


Kinder-und
                  Jugendkantorei Weihnachtsmusical 2009

Weihnachtsmusical 2009


Die 100 sind voll ...


Das hundertste Mitglied der Kinder- und
                    Jugendkantorei

Am 30. Juni 2010 konnte Kantorin Ute Springer das
100. Mitglied in der Kinder- und Jugendkantorei begrüßen.




Das Konzert zum 10jährigen Jubläum der Kinder- und Jugendkantorei 2012
im Spiegel der Presse:

10 Jahre Kinder- und Jugendkantorei Iserlohn
Dankbarkeit für einen Ort, an dem Kinder wirklich gefördert und gefordert werden


Iserlohn. Was die Kinder an diesem Abend und in den Wochen davor geleistet haben, werden sie wahrscheinlich erst in zehn Jahren richtig begreifen, wenn sie ihre DVD von der „Carmina Burana“-Aufführung noch mal einwerfen. Und wenn sie dann auch noch den Probenplan der letzten Wochen zur Hand haben, werden sie von den Socken sein, was man mit ihnen – also mit ganz normalen Kindern – alles auf die Beine stellen kann.

Am Sonntag, als sie von einem voll besetzten Parktheater eine gute viertel Stunde lang bejubelt worden waren, werden sie wahrscheinlich auch schon gemerkt haben, dass das, was da gerade passiert ist, alles andere als alltäglich war. Auch anschließend, bei der Party in der Parktheater-Galerie, werden sie eine Euphorie um sich herum gespürt haben, die längst nicht jede Feier trägt: Ein ganzer Saal voller Eltern, die vor Stolz platzen – und dazu Kuchen, Eis und Fanta bis zum Abwinken. Kein Wunder, dass da niemand nach Hause wollte.

Diese Euphorie umgibt im Grunde alles, was die Kinder- und Jugendkantorei in den letzten Jahren angeboten hat. Bei jeder Aufführung schwingt von Seiten der Eltern eine riesige Portion Dankbarkeit mit – Dankbarkeit dafür, dass im Lutherhaus an der Obersten Stadtkirche ein Ort entstanden ist, an dem Kinder in der Tat gefördert und gefordert werden – genau so, wie man es immer von allen Seiten hört, wie es aber viel zu selten getan wird.

Am Sonntag waren diese Euphorie und diese Dankbarkeit schon vor der Aufführung deutlich spürbar. Allerdings waren es diesmal nicht nur die Eltern, sondern auch viele Gäste aus Kultur, Kirche, Politik und Wirtschaft, die sich im Parktheater-Foyer tummelten: Die Kinder- und Jugendkantorei feierte ihr zehnjähriges Bestehen, und es wurde deutlich, dass alle verstanden haben, dass diese Kinderkantorei ein unbezahlbares Geschenk für die Stadt Iserlohn ist.

Die Person, die diese Kantorei mit viel Liebe – aber auch mit strenger Hand – aufgebaut und um sie herum ein Netzwerk geflochten hat, das ein solches Mammutprojekt wie die „Carmina Burana“ erst möglich macht, ist Ute Springer. Und was sie an diesem Abend und in den letzten Wochen geleistet hat, konnte jeder sehen, als ihr im nicht enden wollenden Schlussapplaus Tränen über das Gesicht liefen und sich bei ihr eine enorme Anspannung löste.

Die „Carmina Burana“ ist ein Werk, in das sich jeder Dirigent lange Zeit vertiefen muss. Ute Springer steht aber so gut wie nie vor einem Orchester und hat daher deutlich mehr an Vorbereitung investiert. Zusätzlich hat sie ihre eigenen Laienkinderchöre sowie die Erwachsenenkantorei monatelang, mitunter in stundenlangen Extraproben am Wochenende, auf den großen Tag vorbereitet. Und sie hat natürlich die ganze Organisation getragen, hat die Arbeit mit den Gesangsklassen der Vokalakademie am Märkischen Gymnasium und mit dem Ballettensemble „Ad finitum“ koordiniert, sich mit professionellen Gesangssolisten und den Musikern von der Dortmunder Philharmonie auseinandergesetzt und und und. Sie sei in den letzten Monaten nur noch auf diesen Tag fokussiert gewesen, sagt sie, und fügt abschließend hinzu: „Ich bin jetzt sehr froh.“

Es ist bezeichnend und typisch für sie, dass sie zum großen Jubiläumsfest vor mehr als 800 Menschen im Parktheater nicht einfach auf festlichen Glanz gesetzt hat. Man hätte die Kinder- und Jugendkantorei in ihrer Vielfalt und ihrem hohen Niveau gewiss auch mit kleineren, leicht verdaulicheren Häppchen präsentieren können. Stattdessen hat Ute Springer sich die „Carmina Burana“ vorgeknöpft – ein Großwerk des 20. Jahrhunderts, das mit scharfen Brüchen und Extremen im Ausdruck durchaus eine gewisse Sperrigkeit mit sich bringt, das mit Orchester, Solisten, Ballett und einem mehr als 200-stimmigen Chor einen enormen Aufwand bedeutet, das sich auch inhaltlich nicht ohne weiteres erschließt und mit seiner einstündigen Dauer nicht nur den Ausführenden, sondern auch dem Publikum sehr viel abverlangt.

Die süßen Früchte hängen aber nun mal hoch oben, und nur, wer sich die Mühe macht und sich an sie heranwagt, kann am Ende auf und vor der Bühne einen wirklich großen Augenblick erleben. Und diese Rechnung ging am Sonntag mehr als auf, was nicht nur dieser enorme Jubel nach dem Schlussakkord verriet. Ein sehr überwältigter Stefan Klute, einer der Musiklehrer am MGI, die mit ihren Gesangsklassen das Werk einstudiert, nannte dieses ambitionierte Projekt die „Chance unseres Lebens. So etwas kann man nur sehr selten machen. Für unsere Schüler war das ein einzigartiges Erlebnis. Wenn ihnen das nicht gefällt, dann weiß ich’s auch nicht.“ Und Miriam Glock, die die Ballettchoreografie vom Sonntag kreiert und mit ihrem Tanztheaterensemble „Ad finitum“ sowie ebenfalls mit Schülern vom MGI einstudiert hat, erklärte, der Abend sie auch für die eine „riesige Sache“ gewesen. „Wir haben ja sonst nie Gelegenheit, zu einem echten Orchester zu tanzen.“

Und auch für die Kantorei-Kinder, die ganz ohne Zweifel diszipliniertes Proben und konzentriertes Auftreten gewohnt sind, ging die Arbeit für diesen Abend weit über das Übliche hinaus. Das wurde schon awn der enormen Aufregung bei den Kleinen Tage vor der Aufführung deutlich. Und gerade bei den Kindern fiel die Wahl des schwierigen Werkes auf besonders fruchtbaren Boden: So beeindruckt und nachhaltig bewegt hat sie zuvor noch keine Musik. Wirklich begreifen, was sie da geleistet haben, werden sie aber wohl erst . . . – aber das hatten wir ja schon.

Ralf Tiemann, IKZ, 07.05.2012